Drei-Flüsse-Theater Münden e.V.

Wo das Publikum abgeht wie 'ne Rakete

Das neue Stück des Drei-Flüsse-Theaters: "Komm, wir finden einen Schatz"

Zustimmendes Kreischen bis zum Crescendo, kollektives Fußtrampeln von der ersten bis zur letzten Reihe, lautstarke Zwischenrufe in passenden und unpassenden Momenten - welche Schauspieltruppe wünscht sich nicht insgeheim Vorhang für Vorhang propenvolle Zuschauerränge und ein restlos begeistertes Publikum? Für die Mimen des Hann. Mündener Drei-Flüsse-Theaters gehören Beifallsbekundungen wie diese zur Routine. Und doch fiebert das Ensemble der Premiere des neuen Stückes am Freitag im Grotefend-Gymnasium mit Hochspannung entgegen. Es gilt die alte Theaterweisheit: "Wer kein Lampenfieber kennt, der kennt auch keine Leidenschaft."

Pressesprecherin Karin Schwarz ist sicher: Auch das neue Stück des Drei-Flüsse-Theaters, zu dessen Gründungsmitgliedern sie zählt, wird sicher wieder ein Bombenerfolg. Kein Wunder, steht doch der harte Kern der bunten Hann. Mündener Laienspielgruppe seit nunmehr zwanzig Jahren auf der Bühne. Wer die verschiedenartigen Inszenierungen aus jener Zeit kennt, der weiß: mit ihrer Kunst haben die Feierabend-Mimen seit Dezember 1983 Tausende von Kindern glücklich gemacht. Das Drei-Flüsse-Theater macht Kinder froh - und Erwachsene ebenso. Mittlerweile haben sogar ein paar der früheren Besucher die Seiten gewechselt, sind dem (Theater-) Verein beigetreten und spielen nun selber in den aufwendigen Produktionen mit. Ob Komödie, Boulevardstück oder Krimi - das Publikum geht grundsätzlich bei jeder Aufführung "ab wie 'ne Rakete".

Multitalent ist gefragt: Ruth Kues
und Manuel Hildebrand agieren im
neuen Stück gleichfalls vor und
hinter der Bühne.

Das neue (Kinder-)Stück, das am Freitag um kurz nach Acht in der Aula der Grotefend-Gymnasiums zur Uraufführung kommt, trägt den Titel "Komm, wir finden einen Schatz" und ist eine Adaption von Marianne Terplan nach einem Werk von Janosch, dem berühmten Kinderbuchautor (Der Tigerentenclub). Unter der Leitung des einundzwanzigjährigen Henning Wende, einem früheren Grotefend-Schüler, der mit der knapp einstündigen Inszenierung sein Regiedebüt abgibt, wird die Geschichte von zwei bekannten Janosch-Figuren erzählt, nämlich dem kleinen Bär und dem kleinen Tiger, die in die Welt ziehen, weil sie glauben, Geld und Reichtum würde glücklich machen. Doch es kommt, wie es kommen muss: Nach vielen Abenteuern und mannigfaltigen Enttäuschungen sehen sie ein: Das Leben ist auch ohne Geld wunderschön!

Ariane Nickl, sie spielt in Janosch's
Stück den 'Kleinen Tiger', entspannt
sich beim Malen von dem Auswendig-
lernen der Texte.

Mit 30 bis 40 Proben verlangt auch das neue Stück von den mitwirkenden Schauspielern (elf, plus Ersatzleute) einiges an Aufopferungswillen und Leidensfähigkeit, bis die Dialoge drehbuchgemäß sitzen. Wie bei jeder neuen Aufführung, so müssen die Akteure vor und hinter den Kulissen (Bauten, Bühnenbild, Kostüme, Technik, Organisation, Backstage, usw.) extrem flexibel und hochgradig anpassungs- und unterordnungsfähig sein. Insgesamt wird der Vorhang mehr als 10 mal hoch und wieder runtergehen... ein wahrer Theatermarathon.

Die Proben für das neue Stück des Drei-Flüsse-Theaters "Komm, wir finden einen Schatz" laufen
auf Hochtouren. Das müssen sie auch, denn Freitagmorgen um kurz nach Acht ist schließlich
Premiere in der Aula des Grotefend-Gymnasiums.

(...)

Henning Wende (21) gibt mit der Leitung der Janosch-
Adaption am Freitag sein Regiedebüt ab. Der ehemalige
Grotefend-Schüler kam mit den "Brettern, die die Welt
bedeuten", erstmals in der Theater AG der Schule in
Berührung. Als ständiges Mitglied des Ensembles gilt
Wende unter seinen Schauspielerkollegen schon länger als
kreativer Kopf. Daher gab es für ihn auch keine
Akzeptanzprobleme. In "Komm, wir finden einen Schatz"
hört vor und hinter der Bühne alles auf sein Kommando.

(Fotos: Brauner)

Quelle: Mündener Rundschau vom 18.11.2003